Aktuelles

Rückblick auf die Aktionstage 2025

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TERMINE

25.05. Netzwerktreffen der Essbaren Region (intern)

Für weitere Infos zu den Terminen hier entlang.

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Pressemitteilung des Netzwerks „Essbare Region“ zum Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai

Die biologische und die gesellschaftliche Vielfalt sind bedroht

Es gibt rund 75.000 essbare Pflanzenarten. Davon decken gerade einmal 20 unterschiedliche Arten etwa 90 Prozent der Welternährung ab. „Auch in Deutschland werden nur 25% der vielen verschiedenen Gemüsesorten tatsächlich noch genutzt!“, sagt Saatgut-Erhalterin Mechthild Hubl von den Vielfaltsgärtnern von den Fildern und Mitglied des Genbänkle e.V. Diese Verarmung zeigt sich aber nicht nur in der Natur. Auch in unserer Gesellschaft sind Zusammenhalt und Vielfalt bedroht – durch wirtschaftlichen Konkurrenzdruck, menschenfeindliche Hetze und die Verbreitung von Desinformationen.

Die „Essbare Region“ setzt dagegen ein Zeichen. Sie vereint zahlreiche Initiativen aus Stuttgart, die gemeinsam daran arbeiten, ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Ernährungssouveränität sowie Gemeinschaft in der Region zu stärken. Sie vernetzt bestehende Initiativen, entwickelt gemeinsame Perspektiven und macht die Vielfalt der Region sichtbar. So wie die Streuobstwiesen Süddeutschlands als Hotspots der Artenvielfalt gelten, versteht sich das Netzwerk „Essbare Region“ als Hotspot der Vielfalt – hier gedeihen verschiedene Alternativen des Wirtschaftens, Zusammenlebens und des Umgangs mit natürlichen Ressourcen und zeigen, wie vielfältig die Welt von morgen schon heute sein kann.

„Deshalb ist die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen und kleinen Äcker, die von Gruppen, Pächter:innen oder Eigentümer:innen in der Freizeit oder im Nebenerwerb bewirtschaftet werden so wichtig!“, betont Bernhard Lehr von den Stuttgarter Sensenschwingern und stellt weiter klar: „Als Gegenmodell zur großflächigen monokulturellen Landwirtschaft bieten diese Art der Bewirtschaftung eine wichtige Grundlage und ein riesiges Potenzial für die Region. Sowohl auf ökologischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene.“

„In der solidarischen Landwirtschaft schaffen wir Strukturen, die diese Vielfalt ermöglichen, weil wir uns von rein marktwirtschaftlichen Zwängen unabhängig machen“, fasst Susana Costa von der Solidarischen Landwirtschaft Stuttgart e.V. zusammen und führt weiter aus: „Eine essbare Region entsteht dort, wo Menschen sich zusammenschließen, Verantwortung teilen und ihre Ernährung als Teil eines lebendigen sozialen und ökologischen Gefüges verstehen.“

„Als Netzwerk orientieren wir uns am Konzept der Ernährungssouveränität, um die Kontrolle über unsere Ernährung zurückzuerlangen und aktiv an der Zukunft mitzuwirken“, so Lina Neubeck, die jeden 2. Freitag im Monat in die Commons Kitchen zum gemeinsamen Kochen, Lernen und Teilen einlädt. Die Gesundheitstrainerin Lina Neubeck inspiriert dazu, Verantwortung zu übernehmen und Teil einer Bewegung zu werden, die auf Vielfalt und Gemeinschaft setzt. „Jeder darf sich einbringen, Ideen verwirklichen und durch gemeinsames Handeln die eigene Gesundheit und die der Gemeinschaft positiv beeinflussen. Gesundheit ist kein starres Ziel – sie ist ein dynamischer Prozess, den wir aktiv gestalten können“, führt sie dazu aus.

Das nächste Netzwerk-Treffen aller Akteur:innen der „Essbare Region“ findet am 25. Mai auf der Uhlbacher Allmende statt, dem ersten Gemeinschaftsprojekt des Netzwerks. Dort pflanzen und pflegen kleine Gruppen von Menschen für die Allgemeinheit beerntbare Flächen mit dem Ziel Kommunikation zu schaffen.

Gezeichnet, Netzwerk Essbare Region

Und:
Commens Kitchen
Foodsharing-Cafe Raupe Immersatt
Kleine Wildnis
Plattsalat West
Samentauschmarkt der Stadtteilinitiative Stuttgart
Solidarische Landwirtschaft Stuttgart
Stuttgarter Sensenschwinger
Uhlbacher Allmenden
Unverpacktladen Wandel.Handel
Vielfaltsgärtner von den Fildern

Pressekontakt über uhlbacher-allmenden@riseup.net

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Regelmäßige tatkräftige Mitverantwortliche gesucht!
Die Allmenden sind so organisiert, dass es für jede Fläche und verschiedene Kompetenzbereiche verantwortliche Personen gibt, die den Überblick über notwendige Pflegearbeiten haben und dementsprechend zu Einsätzen einladen. Diese Verantwortlichkeiten werden mit einer oder mehreren Personen geteilt, so dass man einerseits im Team arbeitet und andererseits auch füreinander einspringen kann (in der Urlaubszeit o.ä.). In folgenden Bereichen brauchen wir Unterstützung:

Flächen-Mitverantwortliche
– Waldgarten / 7 Linden
– Reini Allmende
– Käppeleshau

Kompetenzbereich-Mitverantwortliche
– Gieß-Überblick
– Koordinationsteam
– Öffentlichkeitsarbeit
– Social Media / Website

Bei Interesse und Fragen schreib uns gerne eine Email an

uhlbacher-allmenden@riseup.net

Was sind die Uhlbacher Allmenden?

In den Weinbergen Stuttgart-Uhlbachs entstehen eine neue Allmende und ein Waldgarten, der von der Öffentlichkeit beerntet werden soll.
Im November 2024 haben wir mit euch zusammen begonnen diesen Waldgarten zu pflanzen und dabei Wissen und Fähigkeiten ausgetauscht. Außerdem sind wir über die Notwendigkeit neuer Allmenden ins Gespräch gekommen.

In 2025 kümmern wir uns um weitere Flächen, pflegen, ernten, organisieren, feiern gemeinsam und freuen uns jederzeit über Menschen, die die Allmenden bereichern und unterstützen wollen.

Die Uhlbacher Allmenden

Auf den Flächen des ehemaligen Obstbetriebs der Familie Hammer in Stuttgart-Uhlbach werden Allmenden als Teil der Essbaren Region gegründet. Mit vielen Händen und wenig Maschinen sollen gemeinsam gesunde Lebensmittel angebaut und lokal geteilt werden. Vielen Menschen soll die Möglichkeit gegeben werden, zu lernen, wie sie ihre Lebensmittel selbst anbauen und verarbeiten können, sodass dabei Natur und Lokalklima gepflegt statt geschädigt werden. Auch soll damit ein Schritt hin zu einer Ernährungssouveränität der Region gedacht und geschafft werden. Die Allmende ist ein Kristallisationspunkt, der im dörflichen wie im urbanen Raum eine Produktion vor Ort mit der sozialen und kulturellen Umwelt des Lands und seiner Bewohner:innen verbindet. Die Allmende ist auch ein Generationenvertrag, bei dem wir aufbauen und anpflanzen was andere ernten werden, bei dem wir erhalten und pflegen, was in Zukunft genauso gebraucht werden wird wie heute.

>> Mehr Infos zu Allmenden <<

Die Essbare Region Stuttgart

Die Essbare Region ist ein Netzwerk verschiedener selbstorganisierter Initiativen der Region, die im Kleinen bereits heute alltägliche Alternativen in den Bereichen Ernährung, Soziales, Naturschutz und Demokratie etablieren. Unsere heutigen Gärten, solidarischen Landwirtschaften, selbstverwalteten Läden und Gemeinschaftsküchen knüpfen durch ihren sozialen, gemeinschaftlichen und produktiven Charakter an das Kulturgut der Allmenden an. Die Essbare Region hat die Perspektive einer sozialgerechten und ökologischen Alternative zur jetzigen Ernährungsversorgung. In kleinen Erfahrungs- und Bildungsorten kann in den Initiativen gelernt und Wissen geteilt werden. Wir können uns selbst zur Herstellung von Lebensmitteln befähigen und mit den Bäuerinnen und Bauern zusammen die Verantwortung für unsere Ernährungsversorgung übernehmen. Das Ziel ist eine Ernährungssouveränität – also die Selbstbestimmung, was wir essen, wie es angebaut und verteilt wird, sowie eine gesunde Versorgung mit Lebensmitteln. Die Uhlbacher Allmenden sind ein gemeinsames Projekt zur konkreten Umsetzung und Erlebbarmachung dieser Ziele.

Als gemeinsamer Diskussionbeitrag ist das Papier „Essbare Region Stuttgart – Heute & Morgen.“ im Januar 2024 entstanden, ein sehr lesenswertes Dokument.

Termine aus den Initiativen des Netzwerks sind hier zu finden.